
Foto: Artikel über Bruder Peter Geyermann
Am Sonntag, den 23. August, hielt Prälat Prof. Dr. Helmut Moll in Maria Martental einen Vortrag über Märtyrer des 20. Jahrhunderts aus unserer Region. Dabei stand auch ein Mann im Mittelpunkt, der in besonderer Weise mit Wirfus verbunden ist: Bruder Peter Edmund Geyermann.
Doch was bedeutet eigentlich „Märtyrer“? Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Zeuge“. Im christlichen Verständnis bezeichnet man als Märtyrer einen Menschen, der wegen seines Glaubens oder seines Einsatzes für den christlichen Glauben verfolgt und getötet wurde und bis zuletzt an seiner Überzeugung festhielt.
Im Landkreis Cochem-Zell gibt es zwei Personen, die als Märtyrer der katholischen Kirche gelten. Einer von ihnen ist Bruder Peter Edmund Geyermann aus Wirfus.
Ein Sohn aus Wirfus
Edmund Geyermann wurde am 14. Juli 1941 in Wirfus geboren und verbrachte hier seine Jugendjahre. Im Alter von 15 Jahren ging er zu den Marienhiller Missionaren nach Reimlingen bei Augsburg. Dort erlernte er das Schlosserhandwerk.
1966 wurde er auf eigenen Wunsch in die Mission nach Afrika entsandt. Als Missionsbruder übernahm er dort zahlreiche praktische Aufgaben. In der trockenen Region waren insbesondere die Bewässerungsanlagen von großer Bedeutung. Sie sorgten dafür, dass Gemüse angebaut und regelmäßige Ernten ermöglicht werden konnten.
Darüber hinaus war Bruder Peter für Elektro- und Schlosserarbeiten zuständig. Die Missionsstation war ein wichtiger Mittelpunkt für die Menschen in der Region. Täglich wurden dort rund 600 Menschen verköstigt, hier wurde eine Schule mit etwa 500 Kindern betreut.
Ein Mensch, der seinen Glauben lebte
Bruder Peter Geyermann galt als umsichtiger und freundlicher Mensch. Für die einheimischen Landarbeiter war er ein Vorbild. Er war kein Mann der großen Worte, sondern ein einfacher Mensch, der seinen christlichen Glauben im täglichen Leben verwirklichte.
Gerade dadurch konnte er die Menschen in seinem Umfeld erreichen und für sich und seinen Glauben gewinnen. Sein Wirken bestand nicht nur aus seiner Arbeit in der Mission, sondern vor allem aus seinem Umgang mit den Menschen.
Doch die politische Lage in der Region verschlechterte sich zunehmend. Aufgrund des Bürgerkrieges war das Leben dort 1978 nicht mehr sicher.
Der Tod in der Missionsstation
Am 2. Juni 1978 wurde die Missionsstation in Embakwe überfallen. Bruder Peter Edmund Geyermann wurde dabei erschossen.
Er starb dort, wo er über viele Jahre gelebt und gearbeitet hatte und wo er sich für die Menschen eingesetzt hatte.
Seinen letzten Heimatbesuch in Wirfus soll Edmund Geyermann im Jahr 1975 gemacht haben. Vielleicht gibt es in unserem Dorf noch Menschen, die sich an diesen Besuch oder an den jungen Edmund Geyermann erinnern können.
Die katholische Kirche würdigt Bruder Peter Geyermann als Märtyrer. Damit bleibt sein Leben und sein Tod nicht nur Teil der Kirchengeschichte, sondern auch ein Stück der Geschichte von Wirfus.
Ein Stück Wirfuser Geschichte
Bruder Peter Edmund Geyermann ist damit ein Teil unserer Wirfuser Geschichte und unseres kulturellen Erbes. Er wurde hier geboren, verbrachte seine Kindheit und Jugend in unserem Dorf und kehrte auch später immer wieder in seine Heimat zurück.
Seine Lebensgeschichte verbindet Wirfus mit einer Missionsstation im heutigen Afrika und erinnert daran, dass auch Menschen aus kleinen Dörfern einen außergewöhnlichen Lebensweg gehen und weit über die Grenzen ihrer Heimat hinaus wirken können.
Vielleicht gibt es noch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die Edmund Geyermann persönlich kannten. Menschen, die sich an ihn als Kind oder Jugendlichen erinnern, die mit ihm gesprochen haben oder sich an seinen Heimatbesuch im Jahr 1975 erinnern.
Wer hat Erinnerungen an Edmund Geyermann? Wer besitzt vielleicht noch ein Foto, einen Brief oder eine andere Erinnerung an ihn?
Wir würden uns sehr freuen, wenn sich Zeitzeugen oder Angehörige melden und ihre Erinnerungen mit uns teilen. Denn solche persönlichen Geschichten machen Geschichte lebendig und helfen dabei, ein Stück Wirfuser Vergangenheit für kommende Generationen zu bewahren.
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Gibt es noch weitere Menschen aus Wirfus, deren Lebensgeschichte, Wirken oder Schicksal nicht vergessen werden sollte?
Vielleicht kennt jemand eine besondere Geschichte, erinnert sich an einen Menschen, der sich für andere eingesetzt hat, oder besitzt alte Fotos, Briefe oder andere Erinnerungsstücke.
Meldet euch gerne bei uns! Wir möchten solche persönlichen Geschichten und Erinnerungen bewahren und damit ein Stück Wirfuser Geschichte für kommende Generationen erhalten.
Missionare von Mariannhill
Artikel über Bruder Peter Geyermann



